Kategorien
Nachbarschaft

Auf Augenhöhe

… aus meiner persönlichen Warte

Seit vielen Jahren … im Grunde bereits von Anfang meines bewussten Daseins an, ist mir aufgefallen, dass auf allen Ebenen kategorisiert, abgestempelt, gespalten und gegeneinander angegangen wird. Erst wurde mir ‚oben’ vs. ‚unten’ klar, also privilegiert vs. unterdrückt, als mir im Kindergarten und in der Grundschule als Tochter eines deutschen Nichtkommunisten im Gegensatz zu den Töchtern kommunistischer Securitate-Väter z. B. bestimmte Spielsachen, Theaterrollen, die erste Pioniergruppe oder Preise für hervorragende Leistungen vorenthalten blieben. Als ich nach Deutschland kam, war ich die Aussiedlerin (Obwohl kaum einer hierzulande was über Aussiedler weiß …) oder gar Rumänin. Als meine Leistungen in der Schule richtig gut wurden, weil ich endlich angekommen war, galt ich als Streberin. Während eines Seminars an der Uni sprach ich mich dafür aus, dass wir durch das Wissen, das wir erwarben, eine besondere Verantwortung für die geistige Gesundheit in der Gesellschaft hätten, da wurde mir empört elitäres Denken vorgeworfen. Wobei ich durchaus auch erwähnte, dass meines Erachtens nach u. a. der Bäcker genauso eine Verantwortung für unsere körperliche Gesundheit hat wie der Arzt. Denn wenn jeder seine spezielle Aufgabe mit wohlwollender Verantwortung ausfüllen würde, wären wir rundum gesund!

In der Öffentlichkeit, also den Medien, an der Uni, in meinem Arbeitsumfeld und auch in meinem Freundeskreis gab es eine schier selbstverständliche Übereinkunft, dass links, sozialistisch, kommunistisch, grün, feministisch und alles, was damit verbunden ist, mit dem Guten schlechthin gleichzusetzen ist. Und alles andere war das Kapital, das Patriarchat, das Böse und musste eliminiert oder, wenn möglich, konvertiert werden!

Polarisierung ist Spaltung

Und da sind wir schon beim „casus knacksus“: Es muss scheinbar immer Parteien, widersprüchliche Gruppierungen, polarisierende Lager geben, die gegeneinander aufgebracht werden können. Harmonie und wohlwollende Kooperation, Zusammenhalt, echter Konsens scheinen nicht im öffentlichen Interessensmittelpunkt zu stehen!

Mindestens ebenso verheerend wie unsere „Demokratische Grundordnung“ hat sich in meinen Augen das Verhältnis zwischen Frau und Mann in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Die Emanzipation der Frau wurde zum Feminismus und dieser gleichgesetzt mit der positiven Ausrichtung der Frau. Freilich waren Rechtsfähigkeit, ein eigener Beruf und die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen unabdingbar, aber Pille, Abtreibung, Männerhass und die Verunglimpfung des Mutterseins als Nazi-Ausläufer führten nicht, wie vom Feminismus in Aussicht gestellt, zur Befreiung der Frau, eher zu ihrer maßlosen Überforderung, zum Zerfall der Familie und zu einer weitläufigen Vereinzelung der Menschen. Inzwischen ist das Chaos zwischen den Geschlechtern so weit gediehen, dass Transgender und die Auflösung der natürlichen Geschlechter öffentlich als alternativlos gilt. Und in den letzten Jahren konnte man auch einen eklatanten Verfall der Beziehungen zwischen den Generationen beobachten: Kinder, die wie Prinzen und Prinzessinnen angebetet werden, Senioren, die abserviert und zunehmend verunglimpft werden (bestes Beispiel das neueste WDR-Lied zur Oma!), Erwachsene, die beziehungsunfähig auf Odyssee unterwegs sind.

Die Erkenntnis, dass wir in dieser sogenannten Demokratie nicht wirklich eine Wahl haben und zunehmend von Lügen, Verdrehungen, Manipulation, Korruption und Zersetzung beherrscht werden, setzte sich allmählich bei mir durch. Ich hörte auf, regelmäßig Massenmedien zu konsumieren, vor allem nicht mehr täglich, denn so hatte ich wenigstens die Chance, mir eigene Gedanken zu den Geschehnissen zu machen.

Dunkelheit versus Licht

Kontakte zu Rechten und Linken, zu Mitgliedern unterschiedlicher Parteien, zu Privilegierten und Benachteiligten, zu Einheimischen, Zuwanderern und Ausländern verschiedener Herkunft, zu Frauen und Männern, haben mir über alle Generationen hinweg sowohl verbohrte, aggressive Ideologen gezeigt, die mit der größten Abscheu ihren jeweiligen „Feinden“ entgegentreten wollten, als auch aufgeschlossene, offene, besonnene und wohlwollende Geister, die so lange mit einem anderen zusammensitzen, bis sie eine für beide Lager befriedigende, gemeinsame Lösung finden.

In der weltweiten Krise, in der wir uns seit diesem Jahr befinden, sind diese beiden Kategorien noch weitaus deutlicher hervorgetreten als davor. Es gibt diejenigen, die in der Angst vor Krankheit, Siechtum und qualvollem Tod, in Konkurrenz zu anderen leben, die die Regeln nicht so brav einzuhalten vermögen, in erdrückenden Existenzängsten ob der wirtschaftlichen Verheerungen oder in der Verzweiflung, seine komplette Freiheit und Selbstbestimmung an ein restriktives, global kontrollierendes Regime zu verlieren. Andererseits gibt es diejenigen, die mit Achtsamkeit, Besonnenheit und Friedfertigkeit das alles genau und kritisch beobachten, Fakten von Verdrehungen zu trennen vermögen und ihre Hand dem Nächsten ausstrecken, indem sie auf die Straße gehen oder sich exponieren, sich zunehmend Gefahr an Leib und Leben aussetzen, um aufzuklären oder um sich dem erhellenden Diskurs zu stellen, um sich Zerstörung, Vereinzelung und Restriktion entgegenzustemmen – friedlich und liebevoll und vor allem unabhängig von allen Kategorien, in die wir bisher eingeordnet wurden!

Angst versus Liebe – die Entscheidung liegt bei Dir!

Die Ursachen von Missgunst, Neid, Hass, Gier, Hochmut, Trägheit, Maßlosigkeit oder Zorn, die Antreiber von Zwist, Streit, Krieg und gegenseitiger Zerstörung liegen in unserer Sozialisation, darunter zu einem guten Teil in medialer Manipulation, in unseren Genen und letztlich aber auch immer in unserer eigenen Entscheidung!

Es liegt in unserer Hand, uns für die Liebe statt für die Angst zu entscheiden, für das Licht statt für die Dunkelheit. Leicht ist es nicht, sich aus diesem aufgewühlten Strudel aus oft undurchsichtigen Informationen, Emotionen und vor allem Klassifizierungen herauszuhalten. Das Aufdrücken von abwertenden Stempeln, wie z. B. Covidioten, Schwurbler, Nazis, Antisemiten ist nur eine der vielen Manipulations-Waffen derer, die auseinanderdividieren wollen und sich vom Chaos und den unguten Gefühlen, wie Angst und Zorn förmlich nähren. Diese Erkenntnis reicht allerdings oft schon, um damit zurande zu kommen.

Alles, was unser eigenes Wohlergehen unterstützt und anderen nicht schadet, nützt uns im Erstarken, im Heilwerden, im Erkennen, im Aufwachen: Freude, Lachen, Humor, echte Nähe, Berührung, reines Wohlwollen, Mitgefühl, in einem Wort: Liebe. Sie fängt immer bei einem selbst an! Sich auf Entdeckungsreise zuerst in seinem Inneren, dann im Außen zu begeben, die Dinge selbst zu betrachten und auf die eigene Intuition zu hören, ohne die vielen „Hilfestellungen“ und „Betreuungen“ aus den Medien und von „Experten“, sich Fehler machen zu lassen (weil wir Menschen sind!) und vor allem sich seiner selbst bewusst zu werden, seiner eigenen inneren Stimme und Haltung, bedeutet sich selbst ganz anzunehmen, denn wir sind vollkommen richtig, genauso wie wir sind!

Ich lasse alles in mein Leben, was Zuversicht, echte wohlwollende Freude, Liebe, Hoffnung, Ehrlichkeit, Weisheit, Mäßigung und Stärke bringt! Ich suche den Konsens und die Verbundenheit auch mit den sogenannten Gegnern, wann immer es mir möglich ist, und ich verurteile niemand für seinen Standpunkt, denn jeder hat gute Gründe dafür! Da halte ich es mit Schiller: Ich glaube an die uneigennützige Liebe!

Auf ein liebevolles Neues Jahr 2021!

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